Briefkasten / FAQ
Habe vermehrt Schwindel seit dem CI vor 2 Jahren. Habe ein CI und ein normales Hörgerät. Ich bin 71 Jahre alt und denke, dass 2 CI's für mich besser wären. Was meinen Sie?
Diese Fragen sollten die Patienten mit dem betreuenden Team des Spitals besprechen. Grundsätzlich ist aber z.Z. die Finanzierung eines 2. CI im Erwachsenenalter generell und im AHV-Alter besonders schwierig.
Dr. M. Kompis, CI Klinik Inselspital Bern

Meine Freundin ist nach Hirnhautenzündung hör- und körperbehindert. Sie trägt die starken Taschengeräte. Könnte in diesem Fall eine CI Operation Verbesserung bringen?
Ob ein Patient resp. eine Patientin ein "CI-Kandidat" ist, kann erst beantwortet werden, nachdem eine gründliche Untersuchung (Ohruntersuchung, versch. Hörteste, Röntgen etc.) sowie meist mehrere Gespräche stattgefunden haben. Neben medizinisch audiologischen Kriterien, sind insbesondere Motivation und realistische Erwartungshaltung (lange intensive Rehabilitation etc.) entscheidende Faktoren.
Die oben gestellte Frage kann somit nicht ohne all diese Kenntnisse beantwortet werden.
Im speziellen Fall einer Ertaubung nach Hirnhautentzündung sollten die Abklärungen bezüglich eine CI's jedoch rasch (innerhalb Wochen) in die Wege geleitet werden!
Dr. Marcel Gärtner, CI Klinik Kantonsspital Luzern

Ist ein MRT, besser bekannt als Kernspin-Tomographie (Magnet-Resonanz-Tomographie), für CI-Träger möglich?
Ein MRT ist nur mit Einschränkungen möglich. Das Magnetfeld der MRT-Maschine kann in Wechselwirkung mit dem Dauermagneten oder der Elektronik des Implantats treten. Daher ist die magnetische Feldstärke der MRT-Maschine entscheidend, unabhängig vom Körperteil an dem die Untersuchung vorgenommen wird. Grundsätzlich kann man sagen: 0.3 T geht meistens; 1.0 T geht nie; 1.5 T geht manchmal.
Eine Rücksprache mit Ihrer CI - Klinik ist jedoch in jedem Fall erforderlich!

Ich darf doch als CI-Träger schwimmen gehen! Aber wie tief darf ich tauchen?
Ja, Sie dürfen schwimmen gehen - aber vergessen Sie nicht, zuvor den Prozessor und Headpiece abzulegen; dieser darf nicht baden gehen. Tauchen dürfen Sie bis zu einer maximalen Tiefe von 30m, bzw. 4 bar Druck. Dies gilt allerdings nicht für Berufstaucher. Für diese ist ein CI nicht ratsam.
Diese Angaben stammen aus der Website von Advanced Bionics.
Ergänzungsantwort von Cochlear AG:
Auf mehrere Anfragen einiger Patienten, welche sich mit der Thematik des Tauchens mit einem CI auseinandersetzten, habe ich mich mit der Cochlear AG ausgetauscht.
Prinzipiell bestehen wenig Bedenken beim Tauchen mit einem CI. Die Cochlear AG hat hierüber einige interne Tests unternommen, und die Implantate bis zu einer Tauchtiefe von 25 Metern als nicht risikolos, aber unbedenklich eingestuft. Die Problematik liegt einerseits in den erhöhten Druckverhältnissen. Das CI ist für einen "normalen" atmosphärischen Druck (1bar) designt worden. Als Faustregel unter Wasser gilt, dass je 10 Meter zusätzlicher Wassertiefe sich der Druck um 1bar erhöht. Es wurde festgestellt, dass ab 2,5 bar sich Teile des Receiverblocks durchaus deformieren können, und somit das Implantat erheblichen Schaden nehmen kann.
Des weiteren liegt ein Problem in der zyklischen Druckänderung, die bei ständig wechselnden Tiefen auftritt. An Land ist das Implantat überwiegend einem dynamischen Druck ausgesetzt. Es ist schwer ab zu schätzen, in wie weit diese Unregelmässigkeit sich auf die Lebensdauer des Implantates auswirkt.
Grundvoraussetzung für das Tauchen im Allgemeinen ist natürlich ein intaktes Trommelfell. Geht man konservativ den sicheren Weg, ist es nicht zu empfehlen als CI Träger den Tauchsport exzessiv auszuüben. In Bezug auf ein CI der Firma Cochlear sollte auf keinen Fall tiefer als 20-25 Meter getaucht werden, eher Schnorcheltauchtiefe. Bei Nichteinhalten der Vorgaben geht der Patient das Risiko ein, sich und dem Implantat Schaden zu zu fügen.
Daniel Abels, CI-Klinikzentrum Basel

Ist es möglich, bei binauraler Versorgung CI's von zwei verschiedenen Hersteller zu implantieren?
Es ist möglich, aber nicht ratsam, da sich das Gehirn an zwei verschiedene Kodierungsstrategien gewöhnen muss.
Prof. Dr. J. Allum, CI Klinikzentrum Basel
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